01.09.2009
Die Anlage an der Pestalozzi Schule in Lusaka, Sambia produziert Biogas. Gleich nachdem die Ventile geöffnet waren, ließ sich der Gasherd in der Schulküche entzünden.
Einen herzlichen Dank an Peter Lungu und Chris Kellner (Bild), die in den letzten Tagen die Leitungen zum Anschluss der Biogasanlage an die Schulküche verlegt haben und nun gemeinsam die Früchte Ihrer Arbeit mit dem Genuß des ersten mit selbsterzeugtem Biogas gebrühten Tees ernten durften.
25.08.2009
Die Arbeiten an der Planzenkläranlage sind erledigt. Jetzt gilt es zu schauen, wie schnell die Pflanzen Wurzeln schlagen, gedeihen und ob sie im neuen Boden heimisch werden.
Wir möchten Jeannette Laramee von unserem Partner Pestalozzi World für die wunder-schönen Bilder danken. Sie illustrieren die Bepflanzung der Pflanzenkläranlage mit Setzlingen typischer Sumpfpflanzen, wie etwa Schilfrohr und Binsengewächse.
In der letzten Komponente des dezentralen Abwasserbehandlungssystems - der Pflanzenkläranlage - wird das bereits weitgehend vorgeklärte Abwasser beim durchströmen des durchwurzelten Kiesbodens sowohl mechanisch als auch biochemisch gereinigt. Der aus Sand und Kiesel bestehende Boden wirkt wie ein Filter und die im Wurzelraum lebenden Mikroorganismen bauen im Wasser gelöste organische und anorganische Stoffe ab.
Das leichte Gefälle des Pflanzenbeetes ermöglicht es, das weitestgehend geklärte Wasser in einem Becken aufzufangen (Bild 2) und für die Bewässerung des Schulgartens zu nutzen.
21.07.2009
Während die Biogasanlage bereits unter der Erde verschwunden ist und der Tauchwand-reaktor mit einer Betondecke versehen wurde, entsteht nun die letzte Komponente der Anlage - die Pflanzenkläranlage.
Bild 1, 2 und 3 zeigen die Installation der Rohrleitungen, durch die das Wasser von Kammer zu Kammer fließt. Wie in Bild 2 zu sehen sind die Überläufe so konstruiert, dass das Abwasser unter einen Filter geleitet wird, der aus einem gelöcherten und abschließend mit Steinen befüllten Boden besteht. Dort sammelt sich der Schlamm. Das schmutzige Wasser fließt also durch den Überlauf und wird durch die Rohrleitungen unter den Boden und die darunter abgesetzte Schicht Klärschlamm geleitet. Das Wasser muss also in jeder Kammer von unten nach oben durch den Klärschlamm diffundieren, bevor es wieder aufsteigt und in die nächste Kammer überläuft. Der intensive Kontakt zwischen Wasser und Klärschlamm fördert die Aktivität der im Schlamm lebenden anaeroben Bakterien, die zur Reinigung des Wassers beitragen.
Um die Rohre im Falle einer Verstopfung einfach reinigen zu können, sind alle Rohrleitungen - wie in Bild 2 zu sehen - nach oben hin geöffnet. Die exakte Vermessung und Prüfung der Höhenniveaus (Bild 3) ist essentiell für den Bau einer Anlage, die ohne Pumpe auskommt, d.h. ausschließlich auf dem natürlichen Strömungsverhalten von Flüssigkeiten basiert. Ein minimaler Abfall des Höhenniveaus zwischen Zulauf und Ablauf garantiert die natürliche Hydraulik, die keinelei Zugabe von Energie benötigt. Bild 4 zeigt die Betonierung der Decke des Tauchwandreaktors. Man sieht, dass jede Kammer mit einer Einstiegslucke versehen wird, damit zukünftig anfallende Reparaturen (Verstopfung, Entschlammung) ohne großen Aufwand vorgenommen werden können. Auch am Biogas-Fermenter laufen die finalen Arbeiten. Der Fermenter wird von innen mit einem Spezial-Wachs verputzt, der ihn hermetisch abdichtet und so verhindert das Gas austreten kann (Bild 6).
Die letzte Komponente des sogenannten "Dezentralen Abwasserbehandlungssystems" - die Pflanzenkläranlage (Bild 7) - ist im Entstehen begriffen. Es handelt sich um einen bepflanzten Bodenfilter mit horizontaler Fließrichtung. Das Abwasser wird beim durchströmen des Wurzelraumes der Sumpf- und Repositionspflanzen (Schilfrohr, Binsen etc.) von Mikroorganismen gereinigt. Eine weitere wichtige Funktion der Pflanzenkläranlage ist die Anreicherung des Wasser mit Luftsauerstoff, welcher die Reinigungsleistung zusätzlich verbessert.
Auch an dieser Stelle danken wir dem Team in Sambia für die hervorragende Dokumentation.
09.06.2009
Die Biogasanlage ist bereits fertig verputzt und verschwindet schon bald unter der Erdoberfläche. Die Bauarbeiten am Tauchwandreaktor gehen voran.
Bild 1 und 2 zeigen die letzten Bauarbeiten am Biogasreaktor. In Bild 2 ist links der Zulauf und rechts der Ablauf zu sehen. Der Zulauf liegt höher als der Ablauf. So wird garantiert, dass die Fliessrichtung der Fäkalien sich nicht umkehren kann und die Anlage nicht verstopft. Im nächsten Schritt wird an der Spitze der Kuppel der Anschluss zum Abzapfen des Biogases angebracht. Im Biogasreaktor entsteht Biogas durch die Vergärung der Fäkalien. Bakterien ernähren sich von der Biomasse und produzieren dabei Gas. Während das hierdruch vorbehandelte Abwasser durch den Ablauf abtransportiert wird, sammelt sich das leichte Gas in der Wölbung der Kuppel und kann dort entnommen werden. Es ist schon zu erkennen, dass die Anlage bald unter der Erde verschwindet. Das sie verschwinden wird, hat nicht allein ästhetische Gründe, sondern auch einen Praktischen. Das Gewicht der Erde sorgt für einen höheren Außendruck auf die Anlage, die so einem höheren Innendruck standhält.
Parallel dazu laufen die Bauarbeiten am Tauchwandreaktor (Bild 3). Der Tauchwandreaktor dient der weiteren Klärung des Abwassers. Gleichzeitigerfolgt eine weitere Produktion von Biogas. Der Tauchwandreaktor besteht aus mehreren Kammern, in denen sich sukzessive der schwere Schlamm absetzt, während das weniger dichte und sauberere Abwasser über einen Überlauf in die nächste Kammer verdrängt wird. Von Kammer zu Kammer wird das Wasser sauberer. Die Anzahl der in Reihe geschalteten Kammern und die Verweildauer der Abwässer in der Anlage bestimmen somit die Qualität ihrer Klärung. Auch im Tauchwandreaktor laufen anerobe, d.h. unter Ausschluss von freiem Sauerstoff stattfindende Gärungsprozesse, ab. Das hier entstehende Biogas kann ebenfalls abgezapft und zum Kochen genutzt werden.
Ein weiteres Mal möchten wir Jeanette Laramee für die ausgezeichnete Dokumentation unseres Projektes danken.
06.05.2009
Es geht voran - nach dem ersten Spatenstich vor 2 Wochen, ist die Biogasanlage an der Pestalozzi Schule in Lusaka, Sambia nun kurz vor der Fertigstellung.
An dieser Stelle möchten wir erst einmal Jeannette Laramee für die schönen Bilder danken. Anhand der Bilder lässt sich der Bau einer Biogasanlage sehr schön illustrieren. Im ersten und zweiten Bild ist die Nutzung der Zirkeltechnik wunderbar zu erkennen. Um eine exakte Rundung bzw. Wölbung der Kuppel zu gewährleisten, werden im Mittelpunkt des Fundaments Stangen verankert, deren Länge identisch mit dem Radius des Kuppelbaus ist. Sie dienen bei jeder neuen Steinlage als Richtmaß und ermöglichen es an mehreren Stellen gleichzeitig zu mauern. Seitlich sind Zu- und Ablauf zu sehen. In Bild 3 sind Steine zu erkennen, die mit Hilfe von Hacken an der oberen Steinlage befestigt sind. Sie verhindern durch ihr Gewicht, dass der Kuppelbau während der Bauarbeiten nicht nach innen zusammenfällt. Bild 4 zeigt den fast fertigen Bau.
20.04.2009
Spatenstich für die Biogasanlage des Pestalozzi Kinderdorfs Lusaka
Unser Projekt in Sambia macht Fortschritte. Die 900 Schüler des Pestalozzi Kinderdorfes in Lusaka werden sich bald über neue Biogaskocher in ihrer Schulküche freuen. Das Gas für ihre Kocher wird durch das neu installierte Abwasserbehandlungssystem gespeißt werden. Der Bau der Anlage wurde mit dem symbolischen ersten Spatenstich begonnen. Der Aushub für den Bau der Biogasanlage soll noch im Mai abgeschlossen werden.
Das Projekt ist in eine Kooperation zwischen Pestalozzi World, WASAZA und der GTO.






















