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Herausforderung

Zum Zeitpunkt des Projekts hatten fast 30% der philippinischen Bevölkerung keinen Zugang zu sanitärer Grundversorgung. Dies betrifft auch heute noch besonders Menschen in ärmeren Gemeinden und informellen Siedlungen.

Insgesamt waren bei Projektdurchführung nur 5% der Haushalte an die Kanalisation angeschlossen. Die meisten Menschen leiten ihre Abwässer ungeklärt in die Umwelt.

Dieser Zustand resultiert in Krankheiten, die durch Unterrichtsabwesenheit zu mangelhafter Bildung und durch krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit zu Armut führen - ein Teufelskreis, der Entwicklung hemmt.

Spültoiletten, sowie kostspielige Kanalisationen und Klärwerke kommen hier allerdings nicht in Frage. Sie können weder finanziert noch betrieben oder gewartet (Wasserknappheit/hoher Wasserpreis) werden.

 

Alternative Abwasserkonzepte können das Problem nicht nur kostengünstig lösen, sondern sogar eine Ressource darstellen.

 

 

 

 
Lösungsansatz

 

Folgende Sanitäroptionen stehen den Haushalten in Lumbia zur Auswahl:

 

Arborloo

Die "Baumtoilette" ist eine Art Grubenlatrine bei der durch eine spezielle Toilettenschüssel der Urin getrennt von den Fäzes (Kot) aufgefangen und in einen Container geleitet wird. Nach jeder Benutzung wird ein wenig Rindenmulch oder Asche in die Latrine gestreut, um die Fäzes zu bedecken, auszutrocknen und hiermit Keime zu töten sowie Geruch zu verhindern. Wenn die Latrine gefüllt ist, wird das Häuschen auf eine neue Grube gesetzt, während auf dem nährstoffreichen Substrat der alten Grube ein Nutzbaum (z.B. Mangobaum oder Bananenstaude) gepflanzt wird.

 

Trockentrenntoilette

Im Gegensatz zum Arborloo befindet sich die Trenntrockentoilette auf einem Sockel, der einen entleerbaren Behälter beherbergt in dem die Fäzes getrocknet werden. Die getrockneten Fäzes sowie der Urin werden dann von einem zentralen Abholservice zur Uni gebracht. Hier wird aus den Fäzes ein hygienisch einwandfreier Kompost hergestellt. Da Urin nahezu keimfrei ist, kann er durch Lagerung von ca. einem Monat hygienisisert werden und dann mit Wasser verdünnt als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

 

Terra Preta Toilette

Bei Terra Preta Toiletten werden nach dem Toilettengang zusätzlich Holzkohle und Lactobakterien hinzugegeben. In späterer Wurmkompostierung entsteht Terra Preta. Dabei handelt es sich um eine sehr fruchtbare Schwarzerde, die schon von Indianern im Amazonasgebiet vor der Eroberung durch die Spanier hergestellt wurde.  Auf diesem Boden ist dauerhafte und ertragreiche Landwirtschaft ohne den Einsatz von Düngemitteln möglich.

Die durch diese Art der Sanitärversorgung gewonnene Erde kann also eingesetzt werden um dauerhaft die Qualität von Böden zu steigern und Landwirtschaft ertragreicher zu machen.