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Motivation

Toiletten und Abwassersysteme werden kaum öffentlich diskutiert und sind nach wie vor in allen Kulturen tabuisierte Themen.

Obwohl sich der Anteil der Menschen, der keinen Zugang zu Toiletten und Abwassersystemen haben zwischen 1990 und 2008 von 51% auf 38% verringert hat, ist die Zahl der Menschen ohne Zugang zu sanitären Anlagen immer noch sehr hoch. Eines der UN Millenniums Entwicklungsziele ist deshalb, diesen Anteil bis zum Jahr 2015 zu halbieren.

Viele verkennen die Wichtigkeit geeigneter sanitärer Einrichtungen als eine der wirksamsten Präventionen vor Krankheiten.


Politiker lassen sich gerne neben einem neuen Brunnen fotografieren, jedoch nicht neben einer Toilette. Regierungen, Firmen und andere Geber finanzieren vorzugsweise Wasser- statt Abwasserprojekte. Dies ist einer der Gründe weshalb die Vereinten Nationen das Jahr 2008 als Internationales Jahr der sanitären Grundversorgung (International Year of Sanitation, IYS 2008) ausgerufen hat.

 
Die Not mit der Notdurft
  • 2,5 Milliarden Menschen (38% der Weltbevölkerung) leben ohne angemessene sanitäre Anlagen
  • Es sterben mehr Menschen an mangelhafter Sanitärhygiene als durch bewaffnete Auseinandersetzungen
  • Verunreinigtes Trinkwasser und unzureichende Hygienebedingungen sind die zweit häufigste Ursache für Kindersterblichkeit; täglich sterben deswegen weltweit 5000 Kinder
  • Wasserbedingte Krankheiten führen zu jährlich 433 Millionen verpassten Schultagen
  • Menschen ohne Toiletten sind gezwungen, z.B. im Dunkeln im offenen Feld oder Straßengraben zu defäkieren. Besonders für Kinder und Frauen stellt das ein beträchtliches Sicherheitsrisiko in Hinblick auf Gewalttaten und Vergewaltigungen dar