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Situation in Ländern mit sanitärem Notstand

Die Arbeit der GTO wird motiviert durch den sanitären Notstand in weiten Teilen der Welt. Nach Schätzungen von WHO und UNICEF leben etwa 2,4 Milliarden Menschen - also knapp ein Drittel der Weltbevölkerung - vor allem in den sogenannten "Entwicklungsländern", ohne geeignete sanitäre Anlage: für die Betroffenen eine menschenunwürdige Situation.

Das Fehlen von Toiletten und hygienischer Abwasserentsorgung führt zu Krankheiten und Gefahren, insbesondere für Frauen, Ältere und Kinder. Ferner werden Grundwasser, Oberflächengewässer und Böden durch unkontrollierte Abflüsse belastet. Die Abwasserentsorgung ist daher neben der Trinkwasserversorgung auf der Weltgipfelkonferenz in Johannesburg (2002) in die Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (MDG's) als Nummer 7c aufgenommen worden. Die angestrebte Halbierung der Anzahl der Menschen ohne nachhaltigen Zugang zu sauberem Trinkwasser und grundlegender sanitärer Versorgung ist leider dasjenige MDG, das momentan am weitesten davon entfernt ist, erfüllt zu werden.

 

 

 
Situation in Ländern mit Sanitärversorgung

Die Verfügbarkeit einer Toilette ist für Menschen in einer sogenannten "Industrienation" wie Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Elementare Bedürfnisse können tagtäglich befriedigt werden, ohne dass der Benutzer sich Gedanken über den Verbleib "seiner Abwässer" macht.

Außerhalb der eigenen vier Wände finden sich jedoch auch hierzulande Defizite. Fehlende, schlecht entworfene oder mangelhaft betriebene Toiletten sind eher Regel als Ausnahme. Traurige Beispiele dafür sind die Schultoiletten, die auch in vermeintlich "guten Schulen" oftmals in schlechtem Zustand sind, oder die Diskriminierung von Frauen durch unzureichende Toiletten-Ausstattung von Theatern, Kinos etc.

Die öffentliche Diskussion einer "Toilettenkultur" würde in Deutschland und in anderen Ländern mit Sanitärversorgung für viel Bewegung sorgen.