Gut zu Wissen

Hier findest du Ratschläge, Methoden, Tipps und Tricks zur langfristigen Verbesserung deiner Schultoiletten. Gut zu Wissen teilt sich in die drei Kategorien „Ausstattung“, „Wertschätzung“ und „Organisatorisches“ auf, die für eine Besserung wesentlich sind. Im Bereich „Ausstattung“ werden kleine technische Verbesserungen und Verschönerungen empfohlen, die nicht immer teuer und aufwändig sein müssen. Im Bereich „Wertschätzung“ werden Tipps und Methoden angeboten, um ein positives Bewusstsein rund um die Schultoiletten zu schaffen. Der Bereich „Organisatorisches“ bietet dir Tipps und Methoden für das Aufbauen von Strukturen, die eine langfriste Aufwertung der Situation bewirken.

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Handhygiene

Händewaschen mit Seife ist eine der wirksamsten Methoden um Krankheitsübertragungen zu verhindern und die Gesundheit zu schützen. Seife rettet also Leben! Wie wichtig Händewaschen mit Seife ist, verdeutlichen weltweite Zahlen und Fakten: Durchfall ist die zweithäufigste Todesursache bei Kindern unter 5 Jahren (ca. 15. Millionen Todesfälle weltweit, jedes Jahr), insbesondere dort, wo die Gesundheitsversorgung mangelhaft ist. Händewaschen mit Seife kann Durchfallerkrankungen um mehr als 40% senken. Lungenentzündung ist die häufigste Todesursache bei Kindern unter 5 Jahren weltweit. Studien haben gezeigt, dass die Übertragung des Virus um 55% eingedämmt werden kann, wenn man sich mehr als 10x am Tag die Hände wäscht.

Quelle: Globalhandwashing.org
Quelle: Unicef

Thematisch lässt sich routiniertes Händewaschen, vor dem Essen und nach dem Toilettengang, in den Unterricht einbauen. Beispielsweise können die Schülerinnen und Schüler die Handwaschregeln selber zeichnen, um sie dann in den Waschräumen aufzuhängen. Bildliche Beschreibungen zum richtigen Händewaschen sind im Internet zu finden. Mit der Übung – Da siehst du was, was du nicht siehst – werden Krankheitserreger an den Händen mit UV-Licht sichtbar gemacht. Anhand der Unterrichtsmaterialien des entwicklungspolitischen Bildungsprojekts „Klobalisierte Welt“ können die globalen Auswirkungen von fehlendem Zugang zu Hygiene und Sanitärversorgung im Unterricht behandelt werden.

Richtig Händewaschen – wie geht das?

  1. Befeuchte deine Hände mit Wasser. Warmes Wasser fühlt sich besser an, ist aber nicht wichtig für das Ergebnis.
  2. Seife deine Hände vollständig ein.
  3. Reibe deine Hände gründlich zusammen, damit die Seife schäumt. Schrubbe zwischen den Fingern, den Daumen, Handrücken und Innenflächen. Tue dies für ca. 30 Sekunden. Währenddessen kannst du zweimal „Happy Birthday“ singen.
  4. Spüle die Seife gründlich unter fließendem Wasser ab.
  5. Trockne deine Hände mit einem Papier- oder Einmalhandtuch. Alternativ kannst du sie an der Luft trocknen lassen.

Tipp: Zum jährlich wiederkehrenden Welthandwaschtag können Wettbewerbe im Händewaschen veranstaltet werden und Informationen zum Thema recherchiert und ausgestellt werden.

Jede Stimme zählt

In Sachen Schultoiletten sind die Fronten oft verhärtet. Zu selten wird über Probleme und Lösungsvorschläge gemeinsam diskutiert. „Jede Stimme zählt“ hat das Ziel, ein Verständnis für die gegenseitigen Sichtweisen zu entwickeln und gemeinsame Interessen zu erkennen. Auch hier gilt, je mehr Personengruppen vertreten sind, desto produktiver wird die Diskussion. Im Idealfall leitet eine „neutrale“, externe Person die Diskussion. Alternativ kann es jemand aus einer Personengruppe sein, die mehrfach vertreten ist, um die Rolle der Moderation zu übernehmen.

Die Übung kann im Anschluss an die „Vier-Sinne-Inspektion“ durchgeführt werden, um die Eindrücke von allen Beteiligten aktiv zu verarbeiten. „Jede Stimme zählt“ kann auch unabhängig von der Begehung der Schultoiletten stattfinden und als Grundlage für die gemeinsame Erarbeitung von Problemlösungen genutzt werden.

Hier geht es zur Übung.

Vandalismus

Vandalismus ist die vorsätzliche Beschädigung von Gegenständen, die dann in ihrer Funktion beeinträchtigt, oder zerstört werden. Vandalismus ist ein uraltes Phänomen, das es schon im alten Ägypten gab. Es ist meist ein Ausdruck von Frust, Unzufriedenheit und Ohnmacht. Viele Stimmen sagen, Schülerinnen und Schüler seien schuld, wenn die Schultoiletten in einem desolaten Zustand sind, denn sie sind für Zerstörungen durch Vandalismus verantwortlich. So einfach ist es nicht. Laut der „Broken Windows Theorie“ besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Verwüstungen und Vernachlässigung. Alte, ungepflegte und vernachlässigte Toilettenräume, in denen viel kaputt ist und lange Zeit nichts repariert wird, sind anfälliger für Vandalismus. Kaputtes sollte schnellst möglich repariert werden, denn wenn Beschädigungen lange sichtbar sind ziehen sie schnell weitere nach sich. Insgesamt sollte eine Kultur des Kümmerns und der Wertschätzung innerhalb der ganzen Schule auch den Umgang mit den Schultoiletten prägen.

Die materiellen Auswirkungen von Vandalismus in der Schule sind hohe Kosten und mehr Arbeit für den Hausmeister und das Reinigungspersonal. Wichtig ist auch die Auswirkung von Vandalismus auf die Schule an sich. Eine entscheidende Frage ist, ob Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte, etc. das Gefühl haben, sich in einer geschützten und gepflegten Umgebung zu befinden. Die Antworten belegen das Wohlbefinden oder die Unzufriedenheit, insbesondere wenn man jeden Tag in die Schule geht und dort viele Stunden verbringt. Die Auswirkungen von sichtbarem Vandalismus auf Schülerinnen und Schüler sind damit nicht zu unterschätzen. Sie nehmen es nicht nur optisch jeden Tag wahr, sondern empfinden Vandalismus und zerstörte Einrichtungen als normal und werden dadurch zum Nachahmen motiviert.

Meistens ist nur ein sehr kleiner Teil von Schülerinnen und Schülern für Vandalismus in Toiletten- und Waschräumen verantwortlich. Unter den Bestrafungen leiden müssen alle, wenn Klopapier und Seife weggesperrt oder Toiletten sogar abgeschlossen werden. Natürlich sollte Vandalismus nicht ignoriert werden, sondern sofort mit geeigneten und bestimmten Maßnahmen beantwortet werden. Es ist ratsam gezielt mit den Personen, die immer wieder Vandalismus betreiben, intensiv zu arbeiten. Hierbei kann es um Frustabbau gehen, aber auch um die Wertevermittlung eines respektvollen Miteinanders. Da Schülerinnen und Schüler meist wissen um wen es sich handelt, ist dieses auch machbar. Überdies ist die regelmäßige Kontrolle des Zustandes der Toiletten- und Waschräume wichtig. Wenn Lehrkräfte während der Pausenzeiten immer wieder Aufsicht in den Toilettenräumen machen, erhöht das die Hemmschwelle, sich schlecht zu benehmen. Gleichzeitig muss die Privatsphäre der Schüler und Schülerinnen gewahrt bleiben.

Die „Verewigung“ durch Graffiti wirksam zu verhindern ist eine große Herausforderung. Eine Möglichkeit ist, bestimmte Flächen für Kritzeleien freizugeben. Zum anderen kann durch die technische Oberflächenbeschaffenheit der Wände Graffiti eingedämmt werden. Leicht unebene, gemusterte, oder strukturierte Wände können hilfreich sein. Vandalismus kann auch durch einige Tricks in der Ausstattung der Toiletten- und Waschräume reduziert werden. Die Bauweise bestimmter Elemente kann verhindern, dass z. B. Mülleimer aus dem Fenster geworfen werden.

Tipp 1: Verantwortungen an die Schülerinnen und Schüler übertragen

Dieses geschieht z. B. durch eine von Schülerinnen und Schülern organisierte Toilettenaufsicht. Es kann sinnvoll sein, dass die Aufsicht nicht nur durch Lehrkräfte passiert. Dem zugrunde liegen die Identifikation der Schülerinnen und Schüler mit der Schulgemeinschaft und das Begreifen, dass Dinge beschädigt werden, die alle jeden Tag benutzten müssen. Es geht um Respekt und Mitgefühl meinen Mitschülern gegenüber – Werte, die durch den Umgang mit Schultoiletten geprägt werden können.

Tipp 2: Gestaltung der Toiletten- und Waschräume

Verantwortung übertragen geschieht auch durch die eigene Gestaltung der Toilettenräume innerhalb von Projekten oder AGs. Ziel sollte sein, das Wir-Gefühl wahrnehmbar zu stärken. Selbst gestaltetes wird weniger zerstört, denn die Hemmschwelle wird durch Teilhabe am gemeinschaftlichen Eigentum erhöht.

Tipp 3: Lob und Anerkennung

Solche Aktionen gehen einher mit der eigenverantwortlichen Pflege von bestimmten Objekten wie z. B. Grünpflanzen. Echte Erfolgserlebnisse sind hierbei grundlegend. Schülerinnen und Schüler sollten zu Gewinnern werden, beispielsweise durch begründetes Lob, welches in der gesamten Schule kommuniziert wird.

Verschönerung

Gemeinsame Aktionen zur Verschönerung der Toiletten- und Waschräume sind eine tolle Sache, insbesondere, wenn die Schülerinnen und Schüler selbst die Verantwortung übernehmen. Ziel von Verschönerungsaktionen ist, die Schultoilette als einen Ort zu gestalten, indem sich alle wohlfühlen, der schön und sauber aussieht. Dadurch wird erfahrungsgemäß weniger kaputt gemacht. Schon kleine Dinge können die Raumatmosphäre anheben, wie z. B. Grünpflanzen, um die sich regelmäßig gekümmert werden muss. Einige Schulen haben sogar Musik in den Toilettenräumen eingerichtet.

Bei Verschönerungsaktionen sind einige Dinge zu beachten, um nichts zu „verschlimmbessern“. Zum Beispiel solltet ihr aus hygienischen Gründen beim Streichen der Wandfliesen darauf achten, Wandfliesenfarbe zu benutzen. Werden diese mit anderer Farbe bemalt, können sie schlechter, oder gar nicht gereinigt werden.

Tipp: Entwickelt gemeinsam Ideen für die Verschönerungsaktionen, z. B. innerhalb der Toiletten-AG. Lasst eure Mitschülerinnen und Mitschülern abstimmen, in welcher Form die Toiletten- und Waschräume verschönert werden sollen und macht den Toilettenbesuch an eurer Schule zum Erlebnis.

Vier Sinne Inspektion

Gemeinsam Probleme zu erkennen und diese zu ergründen ist eine wichtige Basis um Lösungen zu finden. Bitte bedenkt, dass die Schulleitung, Lehrkräfte, oder Eltern oft nicht wissen, wie es in den Schultoiletten aussieht. Andersrum ist den Schülerinnen und Schülern manchmal nicht bewusst, was die Hausmeisterinnen und Hausmeister oder das Reinigungspersonal für die Schultoiletten leisten. Mit der „Vier-Sinne-Inspektion“ von Dr. Tom Keating (Project CLEAN, USA) könnt ihr die Schultoiletten genau unter die Lupe nehmen und eine Bestandsaufnahme machen.

Hierfür besichtigt ihr in gemischten Gruppen die Toiletten-und Waschräume. Ein gemeinsamer Rundgang mit Schülerinnen und Schülern Schulleitung, Lehrkräften, Hausmeisterinnen und Hausmeistern, Eltern, etc. schafft eine gute Grundlage für ein miteinander reden auf Augenhöhe. Alle Beteiligten bekommen ein Bild vom Zustand der Räume und von der Situation.

Im Anschluss an die „Vier-Sinne-Inspektion“ können die Eindrücke von allen Beteiligten aktiv verarbeitet werden. Als Einstieg in die Diskussion empfehlen wir euch die Methode „Jede Stimme zählt“.

Hier geht es zur Übung.

Komitees und AGs

Alle Verbesserungen, die von langer Dauer sein sollen, brauchen Regeln und einen Plan. Es ist hilfreich festzulegen, wer für was die Verantwortung übernimmt und wie das Wissen über die Schuljahre hinweg weiterentwickelt werden kann. Die Gründung einer AG oder eines Komitees kann Wunder bewirken, denn gemeinsam seid ihr stärker.

Für eine starke AG ist es ratsam, verschiedene Personen mit verschiedenen Verantwortungsbereichen im Boot zu haben. Engagieren können sich Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern, die Hausmeisterin, die Schulsozialarbeit, Schulleitung und auch Reinigungskräfte. In regelmäßigen Treffen plant ihr zusammen, welche Maßnahmen und Aktionen, wann, wie und wo im Schuljahr stattfinden sollen. Ihr könnt Regeln festlegen wie beispielsweise das Melden und Warten von Schäden organisiert werden kann und wie ihr die Regeln für alle geltend machen könnt. Gemeinsam könnt ihr Bestandsaufnahmen von Vandalismus Schäden machen und diese für alle in der Schule bekannt machen. Ein Kummerkasten vor dem Büro des Hausmeisters kann die allgemeine Kommunikation untereinander deutlich verbessern.

Damit eure Regeln und Strukturen nicht einschlafen ist es hilfreich euch Gedanken zu machen, was Einzelne davon abhält, sich dranzuhalten. Was könnten Anreize sein, damit die Regeln in Takt bleiben? Um ein langfristiges Bestehen der AG zu bewahren solltet ihr festlegen, wie Aufgaben an neue Leute weitergegeben werden können, wenn die alten gehen.

Tipp: Werdet kreativ und veranstaltet regelmäßige Aktionen rund um euer Schulklo, die jeden einzelnen Schüler und jede einzelne Schülerin aus allen Klassen eurer Schule einbeziehen. Zum Beispiel könnt ihr einen schulinternen Wettbewerb ausrufen: welche Etage, oder Klasse hat das schönste Klo! Oder veranstaltet ein Quiz mit Fragen rund um das Thema und feiert die Gewinner beim Schulfest.

Verantwortung

Beim Thema Schultoilette überwiegt der Gedanke, selbst nicht viel ändern zu können. Alles Getane verliert schnell die Wirkung und alles ist wieder beim Alten. Leider gibt es kein magisches Kochrezept, welches die Situation sofort verbessert. Trotzdem können einige Zutaten langfristig etwas bewirken. Übernehmen Schülerinnen und Schüler selbst die Verantwortung für ihre Schultoiletten, kann das gesamte Schulklima positiv beeinflusst werden.

Die Schultoiletten sind die einzigen Räume an der Schule, die nur von Schülerinnen und Schülern genutzt werden. Lehrkräfte und Schulleitungen wissen oft gar nicht, wie es dort aussieht, da sie meist ihre eigenen Toiletten benutzen. Für diese Räume die Verantwortung zu übernehmen, kann somit Teil der Demokratie Bildung an der Schule sein. Hierbei sollte das negative Bild von Schultoiletten in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Schulleitung und Hausmeisterinnen und Hausmeister verändert werden, hin zu einem positiven Selbstverständnis des Ortes. Wenn die Schülerinnen und Schüler die Schultoiletten wertschätzen und stolz auf sie sind, weil sie zum Beispiel die Räume selbst verschönert haben, werden sie sich für Schutz und Wartung einsetzen.

Verantwortung übernehmen führt zu mehr Selbstständigkeit und Selbstvertrauen. Durch die selbstverantwortliche Handhabe mit den eigenen Schultoiletten kann auch der Umgang mit gesellschaftlichem Gemeinwesen trainiert werden. Dieses kann auf unterschiedliche Weise passieren. Projekte zur Verschönerung der Toiletten- und Waschräume, die regelmäßige Aktivitäten beinhalten können von Schülerinnen und Schülern organisiert werden. Zum Beispiel könnten Grünpflanzen aufgestellt werden, oder es könnten regelmäßige Kunstausstellungen in den Toilettenräumen stattfinden. In der Schule sind die Begabungen und Interessen der Schülerinnen und Schüler sehr vielfältig und dieses Potential sollte genutzt werden. Die schöne Gestaltung der Schultoiletten sorgt für Wohlbefinden, was wiederum den Schülerinnen und Schülern das Gefühl gibt, wertgeschätzt zu werden.

Um Verantwortung zu übernehmen könnten die Schülerinnen und Schüler beispielsweise die Aufsicht in den Toiletten-und Waschräumen übernehmen, angeleitet durch die SV. Einzelne Klassen könnten wochenweise die offizielle Verantwortung übernehmen und das Auffüllen von Materialien wie Klopapier und Seife handhaben, in Abstimmung mit dem Hausmeister, oder der Hausmeisterin. Klassensprecherinnen und Klassensprecher führen hierbei ihre Rolle kompetent aus. Im Idealfall führt die erfolgreiche Verantwortungsübernahme langfristig zur Freude an Aufgaben, die der Gemeinschaft zugutekommen.

Tipp: Habt ihr eure Schultoiletten neu gestaltet? Veranstaltet ein Eröffnungsfest und ladet die lokale Presse dazu ein. Die positive Berichterstattung in der Zeitung wird alle stolz machen. Dokumentiert das Fest und das Medienecho und zeigt die Fotos in den Schaukästen der Schule.

Außenansicht

Die Toiletten- und Waschräume sollten von außen als solche erkennbar sein. Eine Kennzeichnung in Form einer Raumnummer, einem Bildzeichen, oder Symbolen hilft, die Verständigung rund um das Thema in der Schule zu verbessern. Wenn etwas aufgefüllt werden muss oder kaputt ist, kann das dem Hausmeister oder der Hausmeisterin schnell und einfach mitgeteilt werden. Durch eine angemessene Benennung wird dem Raum derselbe Standard zugesprochen, wie z. B. der Klassenraum, oder der Chemieraum und die Schultoilette wird in ihrem Wert nicht herabgesetzt.

Tipp: Hat die Eingangstür des Toilettenraums ein Milchglasfenster oder ein Bullauge, kann das Vandalismus vorbeugen, da sich Schülerinnen und Schüler weniger unbeobachtet fühlen.

Beleuchtung

Dunkle Toilettenräume benutzen wir nicht gerne, da wir uns unwohl fühlen oder vielleicht sogar Angst haben. Helle, lichtdurchflutete Räume tragen dazu bei, die Toiletten von ihrem unsauberen Image zu befreien. Wenn große Fenster und Tageslicht fehlen, kann eine künstliche Beleuchtung Wunder wirken. Helle Wände und Decken helfen dabei.
Die Beleuchtung sollte insbesondere die Kabinen gut ausleuchten. Das Licht sollte über den Kabinen, möglichst oberhalb der Sprunghöhe angebracht werden. Im Falle eines Stromausfalls ist es ratsam, eine Notfallbeleuchtung mitzudenken.

Das richtige Licht trägt zur Wohlfühlatmosphäre in den Toilettenräumen bei. LEDs und Leuchtstofflampen haben einen geringen Energieverbrauch und eine lange Lebensdauer. Ein Bewegungsmelder hat den Vorteil, dass nicht mit dem Lichtschalter herumgespielt werden kann. Ein Schalter mit Zeitschaltuhr vermeidet, dass andere das Licht ausmachen können. Damit nicht mitten im Geschäft das Licht ausgeht, muss die Zeitspanne allerdings ausreichend lang eingestellt werden.

Tipp: Vandalismus und Zerstörungen finden meist im Verborgenen oder in der Dunkelheit statt. Je besser und angenehmer ein Ort ausgeleuchtet ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er dem Vandalismus anheimfällt.

Böden und Wände

Hygiene und Sauberkeit in den Toiletten und Waschräumen sind abhängig von der Beschaffenheit der Böden und Wände. Die Fugen zwischen den Fliesen im Boden sind einer der Hauptgründe für Uringestank, da sich der Urinstein darin festsetzt und die Reinigung nicht mehr viel ausrichten kann. Eine fugenlose Bodenbeschichtung die rutschfest ist erleichtert die Reinigung enorm. Es kann keine Feuchtigkeit mehr eindringen und Gestank wird vermieden. Der Boden sollte einen Einlauf haben, damit das Wischwasser abfließen kann. Dieser Einlauf braucht einen Geruchsverschluss. Für helle und lichtdurchflutete Räume sind helle Farben an Wänden und Decken sehr wichtig. Weiße Fliesen an den Wänden tragen zu einer sauberen und hygienischen Atmosphäre bei.

Tipp: Falls bei Verschönerungsaktionen die Fliesen gestrichen werden sollen müsst ihr darauf achten, Wandfliesenfarbe zu nutzen. Andernfalls kann die hygienische Reinigung der Wandfliesen nicht gewährleistet werden.

Hygienebehälter

Wusstest du, dass in vielen Ländern viele Mädchen nicht zur Schule gehen, oder diese ganz abbrechen, wenn sie ihre Regel bekommen? Grund dafür ist meist der fehlende Zugang zu Schultoiletten, die Privatsphäre, Waschmöglichkeiten und Hygiene bieten. Mädchen und Frauen sollten innerhalb der Kabine ihre Hygieneartikel in einem entsprechenden Behälter entsorgen können. Damit wird sichergestellt, dass Privatsphäre für einen angenehmen Umgang mit der Menstruation gegeben ist. Wird keine hygienische und private Entsorgung zur Verfügung gestellt, werden die Hygieneartikel oft in der Toilette entsorgt, welche dadurch leicht verstopfen kann.

Es ist ratsam, den Hygienebehälter in der Kabine an der Wand anzubringen, sodass er nicht missbraucht werden kann. Im Sinne der besseren Reinigung wird eine Tüte eingehängt und zusätzlich werden Hygienebeutel in einer an der Wand verankerten Halterung zur Verfügung gestellt. Ein Deckel trägt zur besseren Optik bei, da der Blick auf den Müll versperrt wird und eventuelle Gerüche nicht austreten können. Wenn der Deckel schräg ist, wird er nicht als Ablage gebraucht und weniger Schmutz sammelt sich an.

Tipp: Es ist ratsam, die Funktion von zur Verfügung gestellten Hygienebeuteln zu erklären. Öfter als gedacht wird vermutet, dass Hygienebeutel als Spuckbeutel verwendet werden sollen.

Kabinen

Schon beim Betreten der Toilettenräume prägen die Kabinen das Erscheinungsbild. Wenn sie ein sauberes und gepflegtes Bild vermitteln, trägt dieses zur Wertschätzung des Ortes bei. Dieses bewirkt die dementsprechend sorgfältige Behandlung. In der Schule müssen die Kabinen den hohen Anforderungen gewachsen sein. Türen, Trennwände und Türschlösser garantieren die Privatsphäre in der Toilettenkabine. Trennwände müssen robust sein und dem jahrelangen Einsatz standhalten. Trennwände sollten möglichst hoch sein, oder einen Übersteigschutz eingebaut haben, um dem Klettern vorzubeugen. Sie sollten tief genug sein, um dem Durchkriechen vorzubeugen. Da Hygiene und Sauberkeit wichtige Kriterien beim Toilettenbesuch sind, sollten Trennwände leicht zu reinigen sein und müssen der Entfernung von Graffiti standhalten.

Viele Türen öffnen sich nach innen, was den Bewegungsfreiraum innerhalb der Kabine einschränkt. Öffnet sich die Tür nach außen, ist in der Kabine mehr Platz und Personen können im Notfall leichter geborgen werden. Alle Türen sollten von innen abschließbar sein und von außen geöffnet werden können. Türen sollten nicht aushängbar sein.

Tipp: Kabinen gibt es in verschiedenen Designs, in Farbe, oder mit Digitaldrucken. Sie können auch selbst gestaltet werden, mit Bildern, Sprüchen oder schönen Graffitis, die erlaubt sind. Werdet gemeinsam kreativ!

Kleiderhaken

Ein Kleiderhaken in der Kabine ist nützlich und trägt dazu bei, die Schultoilette als einen komfortablen, hygienischen Ort zu gestalten. Jacken, Rucksäcke und Taschen können aufgehängt werden und müssen nicht auf dem Boden abgestellt werden. Ein Kleiderhaken sorgt zusätzlich für Privatsphäre. Insbesondere Mädchen und Frauen im Menstruationsalter können ihre Taschen innerhalb der Kabine aufhängen, um komfortabel mit ihren Hygieneartikeln umgehen zu können. Kleiderhaken aus Kunststoff sind günstiger in der Anschaffung als Haken aus Metall, aber auch weniger stabil. Sie sollten fest an der Wand verschraubt sein.

Tipp: In Grundschulen sind Kleiderhaken in Tierform eine schöne Alternative und müssen kindgerecht niedriger angebracht werden.

Klobürsten

Alle Menschen sollten einander mit Respekt behandeln. Du fragst dich, was das mit einer Klobürste zu tun hat? Jeder möchte die Toilette sauber auffinden und sollte diese auch genauso hinterlassen. Die nächste Person möchte das auch und das sollte einem nicht egal sein. Die Klobürste wird hierbei zum ultimativen Helfer.

In der Schultoilette sollte die Klobürste nicht frei in der Kabine stehen, weil sie anfällig für Missbrauch ist. Wird die Halterung der Klobürste in angemessener Höhe an der Wand montiert, kann der Boden darunter besser gereinigt werden. Es gibt Kunststoffbürsten, welche sehr günstig in der Anschaffung sind. Diese werden jedoch schnell zum Wegwerfprodukt, da sie oft in weißer Farbe kommen und schnell schmutzig aussehen. Hier kann eine Halterung mit Sichtschutz helfen. Silikonlamellenbürsten sind leichter zu reinigen und sind langlebig. Sie sind aber ungewohnt und teurer in der Anschaffung. Alle Varianten, ob aus Kunststoff, Edelstahl, oder Silikon, sollten herausnehmbare Abtropfschalen haben, die leicht gereinigt werden können.

Tipp: Die Klobürste sollte mit einer kleinen Kette an der Wand befestigt werden, die lang genug für die Nutzung ist. So werden die Klobürsten nicht mehr missbraucht und jeder kann etwas dafür tun, das der nächsten Person keine Einblicke in die Verdauung des Anderen gewährt wird.

Mülleimer

Wusstest du, dass Brandschutzverordnungen es meistens verbieten, dass auf den Fluren Mülleimer stehen? Dass bedeutet, dass die Abfallbehälter in den Toilettenräumen nicht nur für Papiermüll genutzt werden. In den Toilettenräumen sollte es daher mindestens einen großen Abfallbehälter geben. Da die Toilettenräume meist nur einmal am Tag gereinigt werden, müssen die Behälter dementsprechend groß sein (mindestens 60 Liter, je nach Größe der Schule). Für alle Beteiligten ist es einfacher, wenn der Behälter mit einer großen Mülltüte ausgestattet ist.

Ein Drahtgitterkorb bietet meist eine große Öffnung zum Einwerfen und sie sind günstig in der Anschaffung. Abfallbehälter aus Metall oder Edelstahl sind stabiler als Draht oder Kunststoff. Ein Deckel wird nicht benötigt damit der Mülleinwurf schnell geht und dieser nicht missbraucht werden kann. Hygienebehälter, die innerhalb der Kabine vorhanden sein müssen, sollten wiederrum einen Deckel haben.

Tipp: Wenn der Abfallbehälter fest an der Wand verschraubt ist, kann er auch nicht im Raum herumfliegen. Wenn der Behälter an der Wand befestigt wird, dann sollte darunter genug Platz zum Saubermachen gegeben sein.

Spiegel und Ablagen

Spiegel in den Toiletten- und Waschräumen sind nicht nur für Mädchen wichtig die sich schminken wollen, oder ihr Aussehen checken möchten. Auch Jungs möchten ihre Frisur richten und sich sehen können. Spiegel und Ablagen sollten in Grundschulen, als auch in weiterführenden Schulen gegeben sein, denn sie tragen maßgeblich zur Raumatmosphäre bei. Spiegel öffnen augenscheinlich den Raum und Ablagen ermöglichen ein leichteres Handtieren mit Schminke, Bürste und Co.

Normale Kristallspiegel sind weniger robust, in der Anschaffung jedoch günstig. Spiegel aus Metall sind robuster. Die Spiegelung ist weniger scharf und sie sind teurer. Der Spiegel muss nicht zwangsläufig direkt über dem Waschbecken angebracht werden. Eine Anbringung daneben hat den Vorteil, dass man näher an den Spiegel herankommt und der Spiegel nicht belegt wird durch die Nutzung des Waschbeckens.

Tipp: Bei Verschönerungsaktionen lassen sich Spiegel wunderbar dekorieren. Zum Beispiel können Spiegelrahmen im Kunst- oder Werkunterricht hergestellt werden.